Senioren-WM in Torun

04.04.2019 | aht

 Hallen-Weltmeisterschaften der Senioren in Torun/Polen

Medaillenregen für Neukieritzscher Leichtathleten

Das war eine ereignisreiche Woche für die Neukieritzscher Leichtathleten, die sich auf den Weg ins ca. 650 km entfernte Torun in der Republik Polen machten. Denn die 200.000 Einwohner zählende Universitätsstadt an der Weichsel war vom 24. – 30.03.2019 Gastgeber der 8. World Masters Athletics Championships Indoor mit Winterwurf, Straßenlauf und -gehen sowie Cross. Mehr als 4400 Athleten aus 88 Ländern hatten sich dafür angemeldet.

Von den Sportfreunden Neukieritzsch starteten für diese internationale Veranstaltung Andrea Lange, Ines Mikoleiczik, Grit Dorczok, Jana Keller, Dr. Birgit Burzlaff, Petra Krajan und Jens Häckert.

bild torunSchon am Samstag, dem 23.03., hatte sich Andrea Lange (W 45) auf den Weg gemacht, denn ihre erste Diszplin, das Kugelstoßen, fand bereits am Sonntag statt. Ihr Endergebnis konnte sich bei ihrem Erststart bei einer Weltmeisterschaft durchaus sehen lassen. Allerdings spielte hier auch die Aufregung mit hinein. Am Ende landete sie mit gestoßenen 7,38 m auf dem 10. Platz.

Am Montag hatte sie ihre zweite Disziplin, das Gewichtwerfen, zu absolvieren. Die Groitzscherin beförderte das 9,08 kg schwere Gewicht auf immerhin 7,44 m. Damit holte sie sich Rang 12 und stellte dabei gleich noch einen neuen Hallenkreisrekord in der W 45 auf.

Jens Häckert  (M 55) trotzte an diesem Montag Regen und Wind. Er beförderte den Speer auf 31,43 m und kam damit auf Platz 13. Eine Weite, die er seit zwei Jahren nicht mehr erreicht hatte.

Ines Mikoleicik bestritt in der W 55 das Kugelstoßen. Sie platzierte sich mit 9,29 m auf dem 12. Rang.

Am Nachmittag machte sich Grit Dorczok (W 50) auf die Crossstrecke. Sie lief die 8 km in 41:59 min und wurde damit 16. Mit der W 50-Mannschaft aus Deutschland erkämpfte sie sich am Ende einen sehr guten 4. Rang.

Am Dienstag war es an Petra Krajan (W 60), bestmögliche Ergebnisse abzurufen. Sie kam im Weitsprung auf starke 4,02 m und Platz 7, womit sie einen neuen Hallenkreisrekord in ihrer Altersklasse aufstellte. Das 60 m – Semi-Finale beendete sie mit 9,32 s. Damit qualifizierte sich die Neukieritzscherin fürs Finale.

In der gleichen Distanz war Dr. Birgit Burzlaff (W 55) unterwegs. Auch sie schaffte mit 8,62 s und neuem Hallen-Landesrekord im Semi-Finale den Einzug ins Finale.

Andrea Lange steigerte sich im Speerwerfen auf 20,74 m (Platz 6) und erzielte mit dieser Weite eine neue persönliche Bestleistung.

Etwas zu forsch war Jana Keller (W 40) ihre 3000m-Bahngehen angegangen. Dafür musste sie am Ende leider etwas Tribut zollen, belegte aber in 17:46,75 min einen hervorragenden 8. Platz.

Geradezu außer sich vor Freude war an diesem Dienstag Ines Mikoleiczik (W 55). Sie wuchs einmal mehr über sich hinaus und warf das 7,26 kg Gewicht auf beeindruckende 13,38 m. Eine Verbesserung von über einem Meter gegenüber 2018. Damit holte sich die Krankenschwester absolut verdient die Bronzemedaille. Diese Weite bedeutete gleichzeitig neuer Hallen-Landesrekord.

Am Mittwoch bestritten sowohl Petra Krajan als auch Dr. Birgit Burzlaff ihre Finals über 60 m.

Petra kam mit 9,24 s und Hallenkreisrekord auf einen hervorragenden 4. Rang. Birgit sprintete dies in 8,66 s, kam aber trotz dieser sehr guten Zeit nur auf Platz 7.

Am Freitag musste einige unserer Athleten wiederum recht zeitig an der Wettkampfstätte erscheinen.

Jens Häckert bestritt an diesem Tag seine beiden letzten Disziplinen, die 60 m Hürden und das Kugelstoßen.

Die Hürden absolvierte er mit neuer Jahresbestleistung  von 11,41 s, was ihm Platz 14 einbrachte.

Eine neue Jahresbestleistung konnte das SFN-Urgestein dann auch im Kugelstoßen erbringen. Hier holte er sich mit 8,38 m den 18. Platz.

Petra Krajan hatte das 200 m-Semi-Finale zu bestreiten. Sie qualifizierte sich mit 32,25 s fürs Finale.

Dort gelang der ehrgeizigen Neukieritzscherin dann die Sensation. Nicht nur, das sie sich gegenüber dem Semi-Finale noch steigern konnte, nein, sie sicherte sich trotz oder Dank später Stunde (21:37 Uhr) und voller Halle mit 32,10 s (Hallenkreisrekord) die Bronzemedaille. Ein Endresultat, womit sie mehr als glücklich war.

Und auch für Jana Keller hatte sich die weite Reise nach Torun in jeder Hinsicht gelohnt. Sie wuchs im 10 km-Straßengehen mit neuem Kreisrekord bei den Frauen in 62:13 min über sich hinaus und wurde Neunte. Damit verbesserte Jana ihre eigene Bestzeit gleich um runde 4 Minuten. Mit der deutschen W40-Mannschaft gewann sie am Ende den Vize-Weltmeister-Titel, zu Gold fehlten nur 11 Sekunden.

Souverän im Finale platzierte sich Ines Mikoleiczik beim Hammerwerfen, wo sie mit 29,10 m Platz 8 erzielte.

Dann brach der letzte Tag, der Samstag, an.

Dr. Birgit Burzlaff stellte sich in aller Frühe dem 60 m Hürden-Semi-Finale. Dort qualifizierte sie sich mit 10,71 s fürs Finale. Leider kam sie da bereits nach der ersten Hürde aus dem Rhythmus und landete am Ende in 12,00 s auf dem 8. Rang.

Ines Mikoleiczik absolvierte an diesem Tag ihre letzte Disziplin – das Diskuswerfen. Sie kam mit starken 25,74 m und neuer Jahresbestleistung auf Platz 7.

Am frühen Nachmittag brodelte die Halle. Denn dann wurden die Staffeln in den einzelnen Alterklassen ausgetragen, was immer besonders spannend ist.

Sowohl Dr. Birgit Burzlaff als auch Petra Krajan konnten sich jeweils für einen Platz in der deutschen W 55- bzw. W 60-Staffel erkämpfen.

In der Besetzung Wiebke Baseda – Sigrid Böse – Dorit Stehr – Petra Krajan lief die 4 x 200 m Staffel der W 60 mit 2:13,46 min auf Bronzekurs.

Weltmeister mit der Staffel über 4 x 200 m wurden die Damen der W 55 in der Besetzung Frauke Viebahn – Dr. Birgit Burzlaff – Christiane Contag – Jutta Stopka. Sie kamen in 1:57,16 min ins Ziel. Letztlich schlugen sie nicht nur die favorisierte Staffel der USA, sondern verfehlten auch den bestehenden Weltrekord gerade mal um rund 1 Sekunde.

Ein überaus erfolgreiches Abschneiden der Neukieritzscher Athleten, die mit einer Gold-, 1 Silber- und 3 Bronzemedaillen im Gepäck die Heimreise antreten konnten.

Damit würde sich die kleine Gruppe in der Länderwertung auf Rang 42 – noch vor Slowenien, Mexiko, Jamaika, der Türkei, Südafrika und Brasilien – einreihen.

Da bleibt einem nur zu sagen – Hut ab vor so viel Kampfgeist und Leistungsstärke.

Nur loben kann man die Organisation dieser Großveranstaltung, ob Kampfrichter, Volonteer oder Caterer – alle gaben ihr Möglichstes, damit jeder Athlet beste Bedingungen vorfand. Für die Daheimgebliebenen gab es einen täglichen Livestream aus der Halle. Damit hat Torun sehr hohe Maßstäbe für die zukünftigen Ausrichter gesetzt.

Auch abseits der Wettkampfstätten gestaltete sich der Aufenthalt sehr angenehm. Denn die seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende historische Altstadt war wirklich sehens- und erkundenswert. Und abends wurde gemeinsam in einer der unzähligen Restaurants in der Innenstadt möglichst Regionales verkostet.

Danke an dieser Stelle auch an unseren mitgereisten 3-teiligen „Fan-Club“.

Torun hatte in jeder Hinsicht die Nase vorn und alle Mitfahrenden waren sich sicher – hierher kommen wir wieder – gern auch einmal nur als Tourist.

In diesem Sinne – do widzenia  Torun !

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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