Vorgestellt: Werner Winkler

27.05.2020 | aht

Laufendes Ehrenamt“ – Werner Winkler

Manchmal gleicht es schon fast einem Spagat, die sportlichen und vereinsinternen Belange der Leichtathleten der Sportfreunde Neukieritzsch unter einen Hut zu bringen, findet Leichtathletik-Chef Werner Winkler. Seit 2014 leitet der Wahl-Lobstädter die Geschicke der Leichtathleten der SF Neukieritzsch – mit Herz und Verstand

Gerade jetzt – zu Zeiten der Corona-Krise – steht er oftmals vor ganz neuen Herausforderungen.

Nach der zum Glück überstandenen Phase „des Einzeltrainings im Homeoffice“ ist seit dem 05. Mai zumindest wieder ein Freilufttraining – wenn auch nur erstmal für die jungen Erwachsenen und die Senioren – möglich.

Dafür musste Werner Winkler aber auch – unter Zuhilfenahme entsprechender Maßgaben – ein entsprechendes Hygienekonzept erstellen und es zeitnah in die Realität übertragen.

Seither gehört u. a. die regelmäßige Desinfektion der einzelnen Sportgeräte und natürlich die persönliche Vorsorge der einzelnen Athleten zu den alltäglichen Verrichtungen während des Trainings.

Werner Winkler ist dennoch froh, dass wieder ein wenig mehr Normalität eingezogen ist, wenn auch mit Einschränkungen. Auch wenn fast alle Wettkämpfe im Umland inklusive nahezu aller vereinseigenen Wettkämpfe ersatzlos abgesagt werden mussten.

Es wird sich zeigen, wie das mit dem Vereinsbetrieb im Herbst weitergehen kann.

Sportlich selbst aktiv war Werner Winkler auch stets.

Angefangen hat alles bei der BSG Chemie Colditz als Schwimmer – mit der Lieblingsdisziplin Brustschwimmen.

Später entdeckte der den Laufsport für sich.

Nach seinem Umzug nach Leipzig schloss er sich der kleinen Laufgruppe in „seinem Hochhaus“ an und drehte etliche Runden durch den Schönauer Park und entlang des Elster-Saale-Kanals.

Diese Leidenschaft behielt er auch nach der Wende bei, verstärkt durch die Laufbegeisterung seiner „West-Kollegen“.

Dienstlich viel unterwegs, war sein Auto auch stets mit Laufsachen bestückt. Joggingrunden u. a. durch Kassel, Berlin oder Bochum folgten.

Dadurch entwickelten sich auch diverse „Lauffreundschaften“.

Seit 1996 wohnt Werner Winkler mit seiner Frau in Lobstädt.

Mit fast 50 kam ihm dann die Idee, eventuell mal einen Marathon zu bestreiten.

Am Ende war der Halbmarathon beim Rennsteiglauf von Oberhof nach Schmiedefeld sein erstes richtiges „Rennen“. Das machte ihm „Appetit auf mehr“.

Ganz nach den Worten der berühmten „tschechischen Lokomotive“ Emil Zatopek: „Wenn Du laufen willst, dann laufe eine Meile. Wenn Du ein neues Leben kennen lernen willst, dann laufe Marathon.“

Im Jahre 2000 absolvierte Werner Winkler dann erstmals diese Distanz beim Berlin-Marathon. Bis 2014 absolvierte er insgesamt 8 Marathons sowie noch zweimal den Rennsteigmarathon.

Zur „Leistungskontrolle“ nahm er zudem regelmäßig an den Profener Stundenläufen teil.

Dort lernte Werner Winkler auch den Initiator vieler neuer Ideen bei den Leichtathleten aus Neukieritzsch – Jens Häckert – kennen, der ihn für den Beitritt in die Leichtathletikabteilung anwarb

Seit April 2013 ist er nunmehr Mitglied in dieser Abteilung und avancierte ein Jahr später zu deren Leiter. Neben sehr viel organisatorischer Vorarbeit wie für die Installation der Kugelrrücklaufanlage, die Fertigstellung der Bahnbeleuchtung und auch für die ab Juli 2020 geplante dringend notwendige Sanierung der Tartanbahn.

2019 drückte Werner Winkler „für seine Leichtathleten“ nochmal die Schulbank und erwarb den C-Trainerschein.

Als aktiver Athlet kann er auf einige Erfolge zurückblicken. Seit 2014 hält Werner Winkler den Kreisrekord in der M 65 im Marathon. 2015 wurde er in der M 65 Vizehallenmeister über 1500 m sowie mit der Mannschaft Landesmeister in der M 50. 2016 folgten Vizemeistertitel in der M 65 über 1500 sowie 5000 m.

Aktuell bestreitet der vielseitig interessierte und engagierte Ruheständler „ohne Ruhestand“ außer der alljährlichen Teilnahme am Serien-Cross, der sich dieses Jahr auf nur einen Lauf beschränken musste, keine weiteren Wettkämpfe.

Fit hält er sich dennoch – mit wöchentlich dreimaligen Läufen zwischen 5 und 10 km rund um seinen jetzigen Heimatort.

Insgesamt absolvierte Werner Winkler für die SF Neukieritzsch 46 Wettkämpfe und trat dabei in 48 Disziplinen an.

Und auch insgesamt ist er mehr als ausgelastet, denn „neben“ der Abteilungsleitung Leichtathletik bei den SFN ist er u. a. auch Mitglied des Neukieritzscher Gemeinderates bzw. des Ortschaftsrates Lobstädt, Kahnsdorf, Großzössen.

Hobbys sind neben Radfahren und Wandern politisches Kabarett sowie das Verfassen von Geschichten aus historisch fundierten Recherchen. Daraus entstehen mitunter auch Vorträge vor Interessenten. Jüngstes Beispiel die Hintergründe zu dem Song von Karat „Über sieben Brücken musst Du gehn“.

Die ehrenamtliche Tätigkeit bei den Leichtathleten hat Werner Winkler nach eigener Aussage eine neue Bereicherung nach einem erfüllten Arbeitsleben beschert.

Ohne Übertreibung spricht er von „der Familie der Leichtathleten“.

Der „Dorfverein ist erfolgreich präsent – national und international“.

Dass die Kinder noch nicht wieder trainieren dürfen, ist zwar richtig, bedeutet aber auch einen erheblichen Rückschlag für die Nachwuchsförderung, da Training im Homeoffice hier meist nur mit Unterstützung der Eltern, die eben aus verschiedenen Gründen nicht immer gegeben ist, stattfinden kann.

Aber letztlich ist die Gesundheit aller das höchste Gut, dass man durch nichts ersetzen kann. Und dem muss sich – bis zum hoffentlich baldigen Ende der Pandemie – vieles unterordnen.

Werner Winkler wünscht sich für sich selbst sowie seine Familie noch lange Fitness und Gesundheit, für seine Leichtathleten, dass sie noch lange so erfolgreich sind.

Und hofft darauf, dass es irgendwann auch wieder ganz normale Zeiten geben wird – in jeder Hinsicht.

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