

Leichtathletik mag primär eine Einzelsportart sein. Aber irgendein weiser Mensch hat sich irgendwann überlegt, dass gelegentlich ein wenig Teamspirit eine außerordentlich gute Idee ist. Und so fanden im Mai beglückenderweise in Neukieritzsch erneut Team-Landesmeisterschaften der Senioren statt. Ach halt: seit 2 Jahren heißen wir nicht mehr Senioren, sondern Masters. Ich komme mir da gleich viel sportlicher vor. Ich finde es toll. Die Qualifikation für die Team DM, in diesem Jahr wie 2023 wieder in Troisdorf bei Bonn Mitte September, müssen wir uns aber trotzdem auf der Bahn und nicht im Duden erkämpfen.
Neben den 3 Männermannschaften gingen insgesamt 10 Mastersteams an den Start, davon allein die Hälfte aus Neukieritzsch. Eine solche Anzahl an Ü30 Sportlerinnen und Sportlern eines einzigen Vereins an den Start zu bringen, ist großartig! Vor allem zeigt es auch, wie wichtig die Ausrichtung dieser Teammeisterschaft bei uns in Neukieritzsch ist. Denn aktuell ist dies im östlichen Teil von Deutschland die einzige Möglichkeit, sich für die Deutschen Teammeisterschaften zu qualifizieren. Ein Ziel, dass vor allem die Sportlerinnen der W60 anpeilen. Denn sie würden als dreifache Titelverteidigerinnen anreisen. Das letzte Mal mussten sie sich 2022 mit Platz 2 begnügen. Allerdings holte sich im gleichen Jahr die W50 den Titel.


Nun aber hieß es erst einmal gemeinsame Punktejagd in Neukieritzsch. Bei uns Frauen schickten wir dank Jens´ akribischer Planung nicht nur eine W60, sondern auch eine motivierte W40, eine M30, M60 und eine M70 ins Rennen. Neben den W30 Frauen aus Schkeuditz, die leider gleich in der ersten Disziplin, den 100m, den Atem anhielten, als deren Athletin kurz vor der Ziellinie schwer stürzte, bis auf sicherlich schmerzhafte Schürfwunden jedoch glimpflich davonkam, hatten sich u.a. noch Teams aus Coswig-Meißen und 2 Startgemeinschaften eingefunden.
Auch bei den Männern ging es nicht ganz ohne Verletzungen. Dort war der Hochsprungständer für 2 Athleten ein zu hartes Hindernis. Gute Genesungswünsche. Wie aber schnitten denn nun die Neukieritzscher Athletinnen und Athleten ab, die den Tag verletzungsfrei überstanden hatten? Ehrlich gesagt, weiß ich das gar nicht so genau. Ich bin immer viel zu aufgeregt und im Teammotivationsmodus, um einen klaren Blick für Fakten und Leistungen zu haben (könnt ihr alles selber bei ladv.de nachlesen).

Woran ich mich jedoch erinnere, sind: energiegeladene Staffelläufe, u.a. von unserer M70 mit Hans-Jürgen, Friedhard, Rainer und Wolfram inklusive Kreisrekord; an Trainer wie Toni, die sich am Tag vorher als engagierte Jugendbetreuer bei strahlendem Sonnenschein einsetzten, um dann bei der Teammeisterschaft signalrot gebräunt wieder alles für das eigene Team zu geben. Ich erinnere mich aber auch voller Freude an den Teamspirit am Bahnrand, wo laut und energisch immer wieder Anfeuerungsrufe zu hören waren, auch wenn wir uns mit den Namen nicht immer ganz sicher waren. Notfall riefen wir eben Neukiki. Das passte fast immer. Was die Punkte unserer Mannschaften in Sachen Qualifikation für die Deutschen Teammeisterschaften wert sind, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Aber dieser Tag, der war auf jeden Fall jeden einzelnen Punkt wert. Forza Neukiki und hoffentlich auf ein Wiedersehen in Troisdorf!
Anja